Unsicherheit bringt uns in Bewegung

Unsicherheit wird oft als Defizit beschrieben. Als Zustand, den es möglichst rasch zu beseitigen gilt. Durch Planung, Absicherung, Strategien. Hauptsache wieder Stabilität. In meiner Arbeit erlebe ich jedoch immer wieder das Gegenteil: Bewegung entsteht selten aus Gewissheit. Sie entsteht dort, wo etwas nicht mehr aufgeht. Wo vertraute Erklärungen instabil werden und man spürt, dass das Alte noch wirkt, aber nicht mehr trägt.

Viele Prozesse scheitern nicht an fehlendem Wissen, sondern an einem vorschnellen Beenden. An dem Wunsch, Unsicherheit möglichst schnell zu überdecken. Dabei liegt genau in diesem Zwischenzustand ein produktiver Raum. Ein Raum, in dem neue Fragen auftauchen dürfen. Und mit ihnen neue Möglichkeiten.

Im aktuellen Podcast spreche ich mit der Philosophin Natalie Knapp darüber, warum Unsicherheit kein Defizit ist, sondern ein Zustand, den man gestalten kann. Warum Übergangsphasen produktiv sind. Für Organisationen genauso wie für Städte oder Biografien. Ein Nachdenken über Zwischenräume, über Haltung, die Frage, was wir tun, wenn alte Sicherheiten nicht mehr gelten. Und darüber, warum ein »Unszwei« oft der Beginn von allem ist.

Der Link zum Podcast und die Transkription auf stadtmarketing.eu

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LandStadt Vorarlberg. Mehr Möglichkeitsraum denn Projekt.